Antikensammlung Staatliche Museen zu Berlin
Die Rückkehr der Götter - Berlins verborgener Olymp in Mannheim
rem - Reiss-Engelhorn-Museen
Reiss-Engelhorn-Museen
Mannheim
13. Juni 2010
bis 20. März 2011

Das antike Theater

Das antike Theater hat seinen Ursprung im Kult des Dionysos. Zu seinen Festen, den so genannten Dionysien, gehörten dramatische Aufführungen. Sie sind seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. belegt und waren als Dichterwettbewerbe organisiert, wobei der Sieger von einer Laienjury bestimmt wurde. Für die Inszenierung war der Autor zuständig, der Regie führte, die Musik komponierte, die Chortänze arrangierte und oft auch als Schauspieler auftrat.

Theater von Epidauros. 3. Jh. v. Chr. Es ist das besterhaltene griechische Theater und fasste etwa 12.000 Zuschauer.
© Foto: H. R. Goette

Die klassische Form des griechischen Theaters entwickelte sich im 5. Jahrhundert v. Chr. zur Zeit der großen Tragödiendichter Aischylos, Sophokles und Euripides. Das Theater bestand aus dem zentralen runden Platz, auf dem der Chor sang und tanzte (Orchestra), dem Zuschauerraum (Koilon oder Theatron), der bis zu 17.000 Zuschauer fasste, und dem sich allmählich entwickelnden Bühnenhaus (Skene), vor oder auf dem die Schauspieler agierten.

Dramatische Genres des antiken Theaters waren die Tragödie, die Komödie und das Satyrspiel. Sämtliche Rollen in den Stücken, auch Frauenrollen, wurden auf drei professionelle männliche Schauspieler verteilt, die Kostüme und Masken trugen. Ihnen stand der Chor gegenüber, der aus 12–24 männlichen Laiendarstellern bestand. Frauen durften das Theater nur als Zuschauerinnen besuchen, für sie waren die hinteren Reihen der Sitzplätze reserviert. 

Tragische Maske. Angeblich aus Ephesos, in Smyrna erworben (1877). 2. Jh. n. Chr. Marmor (H: 45 cm)
© SMB / Antikensammlung, Foto: Johannes Laurentius

Die im Theater verwendeten Masken unterschieden sich nach Gattung und dargestelltem Charakter. Von ihnen haben sich zahlreiche Nachbildungen aus unterschiedlichen Materialien erhalten.

Schauspieler als Papposilen. Gefunden in Rom (1739). Erworben aus Sammlung Gentili (1866). Marmor (H: 1,68 m). Frühes 2. Jh. n. Chr., wohl nach einem Original klassischer Zeit.
© SMB / Antikensammlung, Foto: Johannes Laurentius