
Der „Große Altar“ wurde von König Eumenes II. (197 – 159 v. Chr.) auf einer weithin sichtbaren Terrasse in der hellenistischen Stadt Pergamon (heute Bergama) an der Westküste der heutigen Türkei errichtet. Berühmt ist der Bau vor allem wegen seines umlaufenden 113 m langen Marmorfrieses, der den Kampf der olympischen Götter gegen die Giganten – Söhne der Erdmutter Gaia – zeigt.
Besonders hervorgehoben sind die beiden Kampfgruppen um den Blitze schleudernden Zeus und die als Stadtgöttin und Siegbringerin in Pergamon verehrte Athena – ein möglicher Hinweis darauf, dass das Monument diesen beiden Göttern geweiht war.
Der eigentliche Opferplatz erhob sich über dem Unterbau und war von Westen über eine Freitreppe erreichbar. Ein kleinerer Fries zeigte dort das Leben des mythischen Gründers von Pergamon – Telephos.
Im 19. Jahrhundert entdeckte der deutsche Ingenieur Carl Humann Fragmente des Altars – verbaut in einer frühbyzantinischen Befestigungsmauer – und schützte sie vor der Vernichtung durch die ortsübliche Kalkbrennerei. Zwischen 1878 und 1886 wurden die Reliefs in drei Kampagnen geborgen und das Fundament des Altares freigelegt. Ausgrabungen und Fundteilungen erfolgten mit offizieller Genehmigung des osmanischen Reichs. So gelangten tausende Fragmente nach Berlin und wurden in etwa 20jähriger Restaurierungsarbeit zusammengesetzt. Heute werden die Reliefs des Altars im 1930 eröffneten Pergamonmuseum in Berlin präsentiert.