

Das Heiligtum ist der wichtigste Ort der Götterverehrung bei den Griechen und Römern; hierher kam man, um die Gottheit durch Opfergaben und mit Weihgeschenken zu erfreuen. Da jeder Gott seinen eigenen Wirkungsbereich hatte, wurden ihnen auch jeweils eigene Kultorte errichtet. Zahllose Kultstätten prägten daher das Bild der antiken Landschaft.
Die wesentliche Einrichtung jedes Heiligtums war der Altar. Kleinere Kultstätten besaßen oft nur diesen Opferplatz, dessen Form vom Aschehügel bis zum Monumentalbau variierte. In größeren Heiligtümern kamen ein oder mehrere Tempel hinzu, die das Kultbild des Gottes beherbergten. Antike Heiligtümer konzentrierten sich an Orten mit außergewöhnlichen natürlichen Gegebenheiten wie z.B. Quellen und Grotten oder auf Berggipfeln – überall dort, wo man die Anwesenheit der Götter besonders intensiv empfand.
Der Besuch eines Heiligtums war mit Geschenken an den Gott verbunden. Die große Fülle dieser Weihgeschenke bestimmte entscheidend das Bild der Stätten: Tönerne und bronzene Statuetten fanden Aufstellung am Altar, großformatige Statuen umringten die Tempel … Grundsätzlich konnte jeder Gegenstand – vom Bronzenagel bis zum vollständigen Kriegsschiff – als Weihgeschenk dienen.
Eine große Bedeutung hatten die Kultriten, zu denen Prozessionen, Gelage, Tänze und vor allem Musik gehörten. So ist die Verehrung des Dionysos charakterisiert durch ekstatischen Tanz, der vom Klang lauter und rhythmischer Blas- und Schlaginstrumente begleitet wurde.